Suche in Kirchenbüchern

Wer nach seinen Vorfahren sucht kommt um die recherche in Kirchenbüchern nicht umhin. Die Kirchenbücher in Deutschland beginnen sehr unterschiedlich. Alte Kirchenbücher finden sich überwiegend in katholischen Gegenden. Die meisten von ihnen beginnen jedoch erst in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg, also nach 1648, da viel durch den Krieg verloren gegangen ist.

Zunerst muss man sich ausfindig machen so sich die alten Kirchenbücher befinden, welche man einsehen möchte.

Der beste Weg ist, sich direkt an das das zuständige Pfarramt zu wenden. In den Telefonverzeichnissen findet man in der jeweiligen Ortschaft unter „Kirchengemeinde“ die Pfarrämter mit deren Anschriften und die Telefonnummer. Hierüber lassen sich oftmals schon grundlegende Fragen mit dem zuständigen Pastor klären:
– Sind die Kirchenbücher im Pfarramt vorhanden und einsehbar?
– Wann beginnen die Kirchenbücher, sind sie vollständig?
– Können die Kirchenbücher vor Ort eingesehen werden und wenn ja zu welchen Zeiten?
– Befindet sich vor Ort eine Person, die häufig in den Kirchenbüchern forscht und vielleicht Hilfestellung geben kann?
– Exitiert bereits von den Kirchenbüchern Verkartungen oder ein Ortsfamilienbuch?
– Gibt es eine Ortschronik?

Viele Landeskirchen, Kirchenkreise oder Bistümer haben teilweise zentrale Archive, die allgemein öffentlich zugängig sind. Hier darf man jedoch oftmals nicht an den Originalen Büchern und Aufzeichnungen arbeiten, sondern bekommt nur die Mikroverfilmung der Kirchenbücher.

Gibt es einen Termin in einem Pfarramt, dann sollte man verschiedene Dinge beachten. Vor allem muss man seine Unterlagen soweit geordnet haben, dass man schell einen Einstieg in die Forschung findet.

Im Unterschied zu den Standesämtern und Stammbüchern hanedelt es sich bei den Kirchenbüchern nicht um Geburts-, Heirats- und Sterbebücher, sondern um Tauf-, Trauungs- und Beerdigungsbücher. Diese beinhalten hauptsächlich diese kirchlichen Amtshandlungen. In den meisten Fällen sind jedoch Geburts- und Sterbedaten angegeben, welche weiterhelfen. In älteren Büchern finden sich dagegen fast nur die Tauf- und Beerdigungsdaten.
Weiter gibt es Konfirmationsbücher, in katholischen Gegenden auch Kommunions- und Firmungsbücher, die wichtige Daten enthalten können.

In den meist neueren Kirchenbüchern, d.h. ab etwa 1830 befinden sich Personenregister. Diese erleichtern natürlich die Suche nach seinen Vorfahren. Wenn Kirchenbücher ohne Register vorhanden sind, sollte man den Pastor fragen, ob von diesen Büchern an anderer Stelle Register existieren.
Nun sollte man seine Suche systematisch beginnen. Sucht man nach einer Geburt, dann kann man diese anhand der Personenregister vielleicht schnell ausfindig machen. Handelt es sich bei dem gesuchten Namen hingegen um einen sogenannten „Standardnamen“ in diesem Ort, können erste Schwierigkeiten bereits beginnen. Standardnamen sind Namen, die in einer Ortschaft gehäuft vorkommen. Fast in jeder Ortschaft finden sich solche Namen. Es gibt auch Allgemein-Namen wie Müller- Mayer oder Schulze. Diese machen die Recherche auch schwierig, da keine Linie sondern eine Entstehung aus der Geschichte zu Grunde liegt.

Bei der Suche sollte man sich nicht nur auf die direkten Vorfahren beschränken, sondern auch immer die Geschwister des Vorfahren mit aufnehmen. Das hat den Vorteil, daß man später Unklarheiten und Verwechslungen leichter beseitigen kann. Weiter ergeben sich durch die Aufnahme der Geschwister Anhaltspunkte zu anderen Forschern, die nach dem gleichen Namen suchen.
Hat man nun die Geburt gefunden, so sollte man als nächstes nach dem Heiratseintrag der Eltern des Täuflings suchen. Meist liegt historisch bedingt die Heirat knapp ein Jahr vor der Geburt des ersten Kindes.

Der nächste Schritt könnte die Suche nach den Begräbnisdaten der Eltern sein. Solange die Bücher mit Registern ausgestattet sind, dürfte die Suche relativ leicht sein. Im Begräbnisbuch finden sich Sterbe- und Begräbnisdatum, Todesursache und das genaue Alter des Verstorbenen, z.B. mit der Angabe 72 Jahre 5 Monate 3 Tage. So läßt sich das Geburtsdatum leicht errechnen. Man muss jedoch bedenken, daß Pastoren auch nicht unbedingt Rechenkünstler waren. Falls das Geburtsdatum nicht sofort gefunden wird, sollte man auch einmal zwei bis drei Jahre vor und nach dem errechneten Datum suchen. Oft findet sich in den Begräbnisbüchern auch nur die Angabe des Alters, z.B. 54 Jahre, ohne weitere Angabe von Monat und Tag. Sollte man hier zurückgerechnet nicht auf die Geburt stoßen, wird der Verstorbene höchst wahrscheinlich aus einer anderen Ortschaft stammen. Hier können nun die Angaben der Paten bei den getauften Kindern zur Auswertung kommen.
Geht es nicht, dass man ein Pfarramt persönlich aufsuchen kann, sei es aus Zeit- oder Entfernungsgründen, so kann man einen Brief an die zuständige Pfarrei senden.

Zu beachten ist hierbei, dass man sein Problem genau schildert. Die Pastoren sind fast alle auf dem Gebiet der Genealogie Laien. Je genauer sie die Zusammenhänge geschildert bekommen, umso eher kann sich auch ein Laie in die Fragestellung hinein hineindenken.
Schreiben Sie in netter, höflicher Form; breiten Sie das Thema nicht allzuweit aus. Keine Frist setzen! Ein kurzer Satz mit dem Inhalt „…. würde ich mich freuen, bald von Ihnen zu hören …“ ist jedoch annehmbar.

Dem Brief sollte ein adressierter und frankierter Rückumschlag beiliegen, damit Kopien ohne Aufwand und Kosten zurückgeschickt werden können. Ein Hinweis auf die Übernahme anfllender Kosten sollte ebenfalls dabei sein. Der Pastor muss sich sonst über die Kostenübernahme erst erkundigen und diesen Punkt klären. Das kostet wieder Zeit und ggf. Geld. Geben Sie evtl. in Ihrem Schreiben an:“ Wenn der Kostenrahmen 50,- Euro (oder andere Summe) übersteigen sollte, bitte ich zunächst um Rücksprache“.

Bargeld oder einen Scheck im Umschlag mitzusenden ist nicht nötig! Es ist sinnlos und beschleunigt auc nicht die Bearbeitung der Anfrage. Sie setzen damit das Pfarramt nur unter Druck.

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