Geislingen am Kocher und Hergershof

Geislingen, ein Pfarrdorf mit ein paar hundert Einwohnern, liegt im Kochertal, 2 ¼ Stunden nordöstlich von Hall, an der Mündung der Bühler in den Kocher, da, wo das Bühlertal sich öffnet, an den lebhaften Vicinalstraßen nach Crailsheim und durch das Kochertal nach Künzelsau.

Geislingen am Kocher

Geislingen am Kocher
Hier wurden unsere Feinauer Vorfahren im 15.Jh. getauft.

Geislingen ist ein sehr freundlicher Ort und hat meist große, gutgebaute Häuser. Viehzucht und Viehhandel sind die Hauptnahrungsquellen. Es ist der Stapelplatz des Mastviehhandels mit Frankfurt und Straßburg, und eignet sich hierzu durch seine Lage vollkommen.

Die Kirche zum heiligen Veit wurde zu Ende des 1800 Jahrhunderts wesentlich erneuert und vergrößert. Im Jahre 1843 wurde das Schulhaus neu gebaut und 1844 der Kirchhof gegen Südost erweitert. An der Kirchhofmauer sind noch Reste einer alten Kapelle sichtbar. Eingepfarrt sind Hergershof und Rückertsbronn. Die Pfarrei wurde erst zur Zeit der Reformation errichtet. Eine Kapelle aber stand hier schon 1383. Ein Caplan wird bereits 1446 genannt. Mit der Stadt Hall wurde Geislingen reformiert und erhielt nun einen eigenen Pfarrer. Derselbe hatte bis 1660, wo eine eigene Schule errichtet ward, auch Schule zu halten.

1841 und 1842 wurde eine Einschnittsstraße von Geislingen auf die Cröffelbach-Haller Steige (die sogenannte Löwen-Straße) auf Rechnung der Amts-Corporation, unter Beihilfe der Gemeinde, mit einem Aufwand von 12.000 Gulden gebaut.

Geislingen wird 1241 erstmals in einer Urkunde genannt, worin der Kaiser die Schenken von Limpurg mit dem Wildbann und 1347 zugleich mit dem Geleit, „ das sich anhebt zu Geislingen am Kocher gelegen uff der Siegelsbach an Himmelsort Fall und geht gen Kreffelbach auf die Steige etc.“ belehnt. Dieses Geleit erwarb die Stadt Hall 1541 von Limpurg zur einen, und 1754 von Brandenburg, wohin solches durch den Limpurger Lehens-Heimfall gekommen war, zur andern Hälfte. Bis zum Jahre 1803 war Geislingen ein Bestandteil des Haller Amtes Bühler, mit dem es an Württemberg fiel. Alte Chroniken besagen, daß Geislingen einen Löwen im Wappen geführt hat.

Im dreißigjährigen Kriege (1618 – 1648) hatte der Ort viel zu leiden. Geislingen war zu jener Zeit so ausgesogen, daß der Rat von Hall der Absicht des Ortes, über die bereits entlehnten 16.558 Gulden noch weitere Schulden zu Bestreitung der Kosten der Winterquartiere zu machen, mit der Bemerkung entgegentrat, daß das ganze Dorf nicht mehr wert sei.

Hergershof
Der Weiler ist Filiale von Geislingen und liegt auf einem Bergrücken, südöstlich ½ Stunde von Geislingen, nicht weit entfernt von der nach Hohenberg und Wolpertshausen ziehenden Vicinalstraße, er hat einige wohlhabende und unterrichtete Bauern.

Mit Geislingen war der Ort dem Amte Bühler zugeteilt. Auch seine übrigen politischen Geschicke hat Hergershof stets mit Geislingen geteilt.

Quelle: Auszug aus der Oberamtsbeschreibung Hall von 1847

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